Europaparteitag des SPD Unterbezirks Coburg

08. September 2018

Kürzlich fand die Europa-Delegiertenkonferenz des Unterbezirks Coburg im Sportheim des TSV Theisenort statt. Im Mittelpunkt der Konferenz stand dabei die Wahl von Delegierten für den Europa-Bezirksparteitag. Gleich zwei Bewerber aus dem Unterbezirk nutzten die Konferenz, um sich den Delegierten als Kandidat zur Europawahl zu empfehlen.

Juan Carlos Abad Sanz, Dozent für Spanisch und Wirtschaft an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften in Hof, stellt die Bedeutung der Europäischen Union heraus. Für ihn sei die Europäische Union, das Größte, das Europäer geschaffen haben. Heutzutage gelte es diese Errungenschaft zu verteidigen, so Abad. Zentrale Themen seiner Bewerbung um die Kandidatur liegen in der gemeinsamen Wirtschaftspolitik und einer gemeinsamen Außenpolitik. Es sei von großer Bedeutung, dass die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union in diesen Kernkompetenzfeldern eine gemeinsame Sprache spricht, so Abad.

Martin Lücke, Facharzt für Anästhesie und Notfallmedizin, Oberarzt am Klinikum in Coburg und Betriebsratsvorsitzender des Regiomed Klinikums in Coburg, möchte im Europa- Wahlkampf aufzeigen, welche Gestaltungskraft Europa hat, um die soziale Sicherheit und das friedliche Zusammenleben weiter zu verbreiten. Gleichzeitig möchte er den Blick weiter lenken, über das Mittelmeer hinaus auf unseren südlichen Nachbarkontinent und dessen Potenziale. Reist man durch unseren Kontinent, so stellt man fest, wie ähnlich wir uns geworden sind. Städtepartnerschaften haben ebenso viel Gutes bewirkt wie Kurzurlaube: Menschen gehen aufeinander zu und verstehen sich besser, so Martin Lücke. Der europäische Binnenmarkt hat uns alle gemeinsam stärker gemacht. Deutsche Sozialstandards haben sich europaweit, insbesondere in der Arbeitswelt, etabliert. Ehemalige Billiglohn- Zonen sind heute prosperierende Regionen. Allerdings sind wir in akuter Gefahr, das Erreichte zu verlieren, ja, vielleicht sogar leichtfertig zu verspielen, so Martin Lücke. Denn, während Europa sich abschottet gegen eine angebliche Überfremdung, nutzen andere Mächte, wie Indien und China, unsere augenblickliche Schwäche aus und gewinnen dort Einfluss, wo dank starkem Bevölkerungswachstum und steigenden Absatzerwartungen eigentlich unsere Zukunftsmärkte liegen sollten. Die Menschen Afrikas warten aber nach wie vor auf Qualitätsprodukte aus Europa, so Lücke. Wenn es Europa gelingt, diese Bedürfnisse zu befriedigen, schafft das Arbeitsplätze bei uns. Gelingt es Europa, in Kooperation mit den dortigen Ländern "unsere" Produkte zu produzieren und zu vermarkten, schafft es Arbeit hier wie dort, so Lücke. Michael Busch, Landrat und Landtagskandidat im Stimmkreis Coburg Stadt und Land sowie Dr. Ralf Pohl, Landtagskandidat im Stimmkreis Kronach-Lichtenfels, nutzten die Unterbezirkskonferenz, um die Delegierten auf die anstehende Landtagswahl einzustimmen. Sie stellten 10 zentrale Themen für die Zukunft Oberfrankens vor, die die oberfränkischen Kandidaten zur Landtagswahl in der vergangenen Woche vorgestellt haben. Schwerpunkte legte Michael Busch dabei auf die Punkte Bildung, Digitalisierung und Polizei. Mehr politische Bildung an unseren Schulen sei der wirksamste Schlüssel gegen das Aufkeimen, der AFD, so Michael Busch. Dr. Ralf Pohl unterstrich nochmals die Forderung, mehr bezahlbare Wohnungen in Bayern entstehen zu lassen. Bewirkt werden soll dies durch die Gründung einer landeseigenen Wohnungsbaugesellschaft, von der auch Oberfranken profitieren würde. Gleichzeitig gelte es aber, die Ortskerne im ländlichen Raum zu stärken, z.B. durch die Ausweitung von Maßnahmen der Dorferneuerung.

Einen besonderen Blick richtete Pohl auf die fehlenden Investitionen in die Infrastruktur. Es könne nicht sein, dass die Menschen im Raum Kronach noch immer auf den Ausbau der B173 zwischen Kronach und Lichtenfels warten müssten. Gleichzeitig forderte Pohl die Einrichtung eines Intercity-Taktverkehrs mit Haltestellen in Lichtenfels und Kronach sowie die Schaffung eines kostenlosen Landestickets im öffentlichen Nahverkehr für Auszubildende, Schüler und Studierende.

Die Mobilität junger Menschen zu erhöhen und aufrechtzuerhalten erachtet Pohl als eine zentrale Aufgabe des Freistaats. Dieser müsse endlich dafür sorgen, dass die Angebote des öffentlichen Nahverkehrs im ländlichen Raum, z.B. durch Rufbusse ausgeweitet werden. Solche Angebote müssen durch Freistaat Bayern hoch und dauerhaft gefördert werden. Eine Anschubfinanzierung für die Kommunen sei dafür nicht ausreichend, so Pohl.

Teilen